Cyber im Mittelstand: Management statt Tools

Die Bedrohungslage verschärft sich dramatisch
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 82 Prozent der Unternehmen melden 2025 eine Zunahme von Cyberangriffen. Was noch vor wenigen Jahren als Randrisiko galt, ist heute zur existenziellen Bedrohung für den Mittelstand geworden. Ransomware-Angriffe nehmen weiter zu, und durch den Einsatz künstlicher Intelligenz werden Phishing-Kampagnen immer ausgefeilter und schwerer zu erkennen. Die Folgen sind gravierend: Betriebsausfälle, hohe Kosten und nicht zuletzt persönliche Haftungsrisiken für Geschäftsführung und Vorstände.
Die Reaktion vieler Unternehmen ist nachvollziehbar, aber nicht zielführend: Sie investieren in immer mehr Sicherheitstools. Firewalls werden aufgerüstet, Endpoint-Protection-Lösungen implementiert, SIEM-Systeme angeschafft. Doch trotz dieser Investitionen bleibt ein entscheidendes Element auf der Strecke: die systematische Steuerung von Cybersicherheit als Managementaufgabe.
Das Kernproblem: Tools ohne Steuerung
Technologie allein löst das Problem nicht. Zu oft fehlt es an einer übergeordneten Struktur, die Risiken systematisch erfasst, bewertet und steuert. Kennzahlen werden nicht erhoben, Nachweise für Compliance-Anforderungen nicht dokumentiert, und wenn es zum Ernstfall kommt, sind Meldewege unklar und Verantwortlichkeiten diffus.
Diese Lücke wird besonders kritisch, da mit NIS2 (Network and Information Security Directive 2) neue regulatorische Anforderungen auf den Mittelstand zukommen. Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen in kritischen Sektoren zu umfassenden Cybersicherheitsmaßnahmen und führt persönliche Haftungsrisiken für das Management ein. Wer hier nicht vorbereitet ist, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen.
Was Führungsteams jetzt brauchen
1. Cybersicherheit als Managementaufgabe etablieren
Cybersicherheit ist keine reine IT-Angelegenheit mehr. Sie gehört auf die Agenda der Geschäftsführung. Das bedeutet konkret:
- Klare Rollen und Verantwortlichkeiten definieren: Wer ist für welchen Bereich der Cybersicherheit zuständig?
- Risiken systematisch erfassen und bewerten: Welche Assets sind kritisch? Wo liegen die größten Bedrohungen?
- Kontrollen implementieren und überwachen: Welche Maßnahmen sind wirksam? Wie wird ihre Wirksamkeit gemessen?
- Nachweise dokumentieren: Für Audits, Versicherungen und Behörden müssen Nachweise jederzeit verfügbar sein.
- Regelmäßige Reviews durchführen: Cybersicherheit ist ein kontinuierlicher Prozess, kein einmaliges Projekt.
2. NIS2 in konkrete Prozesse übersetzen
Die NIS2-Richtlinie mag abstrakt klingen, aber ihre Anforderungen sind sehr konkret. Unternehmen müssen:
- Verantwortliche Personen benennen: Wer trägt die Gesamtverantwortung für Cybersicherheit?
- Meldewege etablieren: Wie werden Sicherheitsvorfälle innerhalb von 24 Stunden gemeldet?
- Die Lieferkette absichern: Welche Risiken bringen Zulieferer und Dienstleister mit?
- Sich auf Audits vorbereiten: Welche Dokumentation wird benötigt? Sind alle Prozesse nachvollziehbar dokumentiert?
Viele Unternehmen unterschätzen den Aufwand dieser Transformation. Es geht nicht darum, ein weiteres Tool zu kaufen, sondern Prozesse grundlegend zu verändern und in der Organisation zu verankern.
3. Virtual CISO als flexible Lösung nutzen
Hier kommt das Konzept des Virtual CISO (Chief Information Security Officer) ins Spiel. Statt monatelang nach einer Vollzeitkraft zu suchen, die oft schwer zu finden und teuer ist, bietet ein Virtual CISO:
- Sofortige Verfügbarkeit: Start innerhalb weniger Tage statt Monate
- Erfahrung und Methodik: Erprobte Frameworks und Best Practices aus zahlreichen Projekten
- Flexible Kapazität: Skalierbar je nach Bedarf, ohne langfristige Personalbindung
- Klare Steuerung: Fokus auf messbare Ergebnisse und Roadmaps
- Kein Headcount: Budgetschonend und flexibel in der Kostenstruktur
Ein Virtual CISO bringt nicht nur Expertise mit, sondern auch die nötige Distanz, um bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und Verbesserungen durchzusetzen.
4. Integrierte Systeme statt Excel-Chaos
Viele Unternehmen verwalten ihre Cybersicherheit noch immer in unzähligen Excel-Tabellen: Risikoregister hier, Asset-Listen dort, Kontrollen in einem dritten Dokument. Diese Fragmentierung führt zu:
- Inkonsistenten Daten
- Fehlenden Zusammenhängen zwischen Risiken und Kontrollen
- Hohem manuellen Aufwand
- Fehlender Transparenz für das Management
- Schwieriger Auditvorbereitung
Die Lösung liegt in integrierten ISMS-Plattformen (Information Security Management System), die alle Aspekte der Cybersicherheit in einem System abbilden:
- Risikomanagement: Erfassung, Bewertung und Behandlung von Risiken
- Asset-Management: Überblick über alle kritischen Systeme und Daten
- Kontrollmanagement: Welche Maßnahmen sind implementiert und wie wirksam sind sie?
- Maßnahmenplanung: Priorisierung und Tracking von Verbesserungen
- Incident Management: Strukturierte Bearbeitung von Sicherheitsvorfällen
- Nachweismanagement: Zentrale Ablage aller relevanten Dokumente
- Reporting: Automatisierte Berichte für Management und Aufsichtsbehörden
- Auditvorbereitung: Alle Informationen für ISO 27001, IT-Grundschutz oder NIS2 an einem Ort
Plattformen wie Cybervize ermöglichen es, ISMS mit NIS2, ISO 27001 und IT-Grundschutz als durchgängigen Prozess zu leben, nicht als parallele Projekte.
Praxis vor Theorie: Der Unterschied liegt in der Umsetzung
Unternehmen erwarten zu Recht einen überzeugenden, methodischen und umfassenden Ansatz. Theoretische Konzepte gibt es genug. Entscheidend ist die praktische Umsetzung, die auf jahrzehntelanger Erfahrung basiert.
Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Cybersecurity, davon viele Jahre bei Big Four-Beratungen und heute als Gründer einer spezialisierten ISMS-Plattform, liegt der Fokus auf dem, was wirklich funktioniert: pragmatische Lösungen, die sich in den Unternehmensalltag integrieren lassen, ohne die Organisation zu überfordern.
Die entscheidende Frage: Geschwindigkeit oder Verzögerung?
Stellen Sie sich die Frage: Was bringt schnellere Wirkung und besseren Schutz?
Option A: Sechs Monate Recruiting für einen Vollzeit-CISO, gefolgt von mehreren Monaten Onboarding, in denen sich die neue Person erst einmal in Ihre Strukturen einarbeiten muss.
Option B: Ein Virtual CISO, der ab nächster Woche mit einer klaren Roadmap startet, sofort Handlungsfähigkeit herstellt und auf erprobte Methoden und Tools zurückgreift.
In einer Zeit, in der die Bedrohungslage sich täglich verschärft, ist Geschwindigkeit ein entscheidender Faktor. Jeder Monat ohne adäquate Steuerung erhöht das Risiko eines erfolgreichen Angriffs.
Fazit: Management schlägt Tools
Die Botschaft ist klar: Mehr Sicherheitstools allein lösen das Problem nicht. Was der Mittelstand jetzt braucht, ist eine systematische Steuerung von Cybersicherheit als Managementaufgabe. Das bedeutet:
- Klare Governance-Strukturen
- Risikoorientiertes Vorgehen
- Nachweisbare Compliance
- Integrierte Systeme statt Insellösungen
- Erfahrene Führung, ob intern oder virtuell
Die Kombination aus Virtual CISO und modernen ISMS-Plattformen bietet eine pragmatische, schnell umsetzbare und kosteneffiziente Lösung, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
Nächster Schritt: Status prüfen
Sie möchten wissen, wo Ihr Unternehmen aktuell steht? Welche Lücken bestehen und welche Maßnahmen prioritär sind? Nutzen Sie die Möglichkeit eines kostenlosen Beratungsgesprächs, um Ihren Status zu prüfen und eine erste Roadmap zu entwickeln.
In einer Zeit steigender Bedrohungen und verschärfter Regulierung ist es keine Frage mehr, ob Sie handeln, sondern wie schnell und wie systematisch. Die Werkzeuge und die Expertise stehen bereit. Jetzt liegt es an Ihnen, den ersten Schritt zu gehen.
